Appaloosa “old style”

Grundsätzliches zum Foundationbreeding

Wir können Foundationbreeding heute konventionell angehen. Wir schauen uns die Pedigrees an, möglichst alte, gehen zurück, bis ein “unknown” auftaucht, definieren diesen als Orginal und züchten auf dieser Basis.

Mit dieser Vorgehensweise können wir insofern übereinstimmen, als möglichst viel Appaloosablut erhalten werden soll. Gleichzeitig ist aber die Frage zu stellen: Warum haben die Gründungsväter der Appaloosazucht anders gehandelt? Bei den meisten Linien sind Vollblüter oder Araber gleich schon zu Beginn eingekreuzt worden.

Der Grund dafür war einfach. Leute wie Claude Thompson kannten jedenfalls noch ansatzweise den Orginalappaloosa der Nez Perce Indianer. Zwischen 1877, der Gefangennahme der Nez Perce und dem Diebstahl ihrer Pferde durch die US-Armee - anders kann man diesen Vorgang nicht nennen, sowie man die ganzen Indianerkriege generell auch als Genozid bezeichnen kann - und 1938, dem Jahr der Gründung des Appaloosa Horse Club, liegen 60 Jahre. Welche anderen genetischen Einflüsse in dieser Zeit in die Appaloosazucht hineingewirkt haben, kann man nur im Einzelfall nachvollziehen. Exterieurmäßig waren die Einflüsse von Ponies und Kaltblütern unübersehbar. Claude Thompson hatte noch den Vorteil zu wissen, wie der Orginalappaloosa aussah. Um diesem Prototyp wieder nahezukommen, beschloss er Vollblutaraber einzukreuzen. Die Appaloosas, die den Grundstock bildeten, waren ihm einfach im Exterieur zu grob. Jetzt muss man einfach wissen, dass sich gröbere Extremitäten gegenüber feineren dominant vererben. Wenn man jetzt mischerbige Exemplare einer Rasse miteinander anpaart, vergrößert sich die Zahl der Tiere mit gröberen Extremitäten gegenüber denen mit feinen. Das bedeutet, dass man von Zeit zu Zeit Vollblut in irgendeiner Form dazugeben muss, um einen
gewissen Standard zu halten.

Was wissen wir über den Appaloosa der Nez Perce Indianer ? Aus den Beschreibungen von Lewis und Clark aus dem Jahre 1806 wissen wir, dass diese Pferde einen Vergleich mit den besten Pferden Kentuckys (Vollblüter) nicht scheuen mussten, also sicherlich edel und mit Ausstrahlung waren. Aus den Armeeberichten von 1877 über die Flucht von Chief Josef wissen wir, dass sie außerordentlich zäh und ausdauernd waren.

Wenn wir jetzt noch die Tatsache berücksichtigen, dass es sich um Kriegs- und Büffelpferde gehandelt hat, dann wissen wir, dass dafür Nervenstärke und Coolness erforderlich sind und bei der Büffeljagd ein Reaktionsvermögen wie ein Cutter, sonst überleben Pferd und Reiter nicht.

Für uns ist der Orginalappaloosa der Nez Perce Indianer nicht einfach ein Pferd mit Foundationpedigree, sondern ein Pferd, welches über folgende sechs Merkmale verfügt:

   Adel, Ausdauer, Nervenstärke, Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und Tigerscheckung.

Aus diesem Grund versuchen wir auch, die gesamte Palette der Möglichkeiten anzubieten welche die Appaloosazucht bietet.

Der Orginalappaloosa definiert sich aus unserer Sicht an den Ansprüchen, welche die Nez Perce Indianer an dieses Pferd stellten.......   Wenn wir dazu eine Einkreuzung brauchen - ok
.

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