Thoroughbred (engl. Vollbut)

Die Geschichte der englischen Vollblüter beginnt oft mit den drei Gründerhengsten Byerley Turk (1680), Darley Arabian (1700) und Godolphin Barb (1724). Die Anpaarung mit englischen Landschlagstuten, vor allem Gallowayponies, führte zur Gründung der englischen Vollblutrasse.

Beim genauen Studium der Pedigrees fällt auf, dass die weit überwiegende Mehrheit der diesen Hengsten zugeführten Stuten, schon sehr auf arabischer Blutbasis gezogen waren. Darauf lassen Namen wie
Old Morocoo Barb, Darceys Yellow Turk usw. schließen.

Interessant ist die Tatsache, daß ein Vollbluthengst namens Hautboy, von Darceys White Turk aus der Royal Mare, 1690 geboren, überhaupt keine Beachtung findet. Wir finden keine Anpaarung zwischen Hautboy und einer Tochter von Byerley Turk und nur eine mit Byerley Turk und einer Enkelin von Hautboy. Das ist insofern interessant als es logisch wäre, Töchter eines so guten Hengstes wie Byerley Turk mit dem 10 Jahre jüngeren Hautboy anzupaaren.

Anfang des 18 Jahrhunderts sieht das schon anders aus. Ein Viertel der Stuten die Darley Arabian zugeführt werden und deren Pedigree bekannt ist, gehen auf Hautboy zurück. 

In der Mitte des 18. Jahrhunderts begegnen uns die beiden wohl größten Hengste ihrer Zeit. Eclipse, 1764 geb. und Herod, geb. 1758.

Betrachtet man sich das Pedigree von Herod, so fällt auf, dass er zweimal auf Darley Arabian, zweimal auf Hautboy und einmal auf Byerley Turk zurückgeht.

Noch interessanter ist das Pedigree von Eclipse, der dreimal auf Byerley Turk, einmal auf Darley Arabian aber neumal auf Hautboy zurückgeht. Godolphin Barb ist einmal vertreten.

Machen wir einen großen Sprung ins 20 Jahrhundert und betrachten uns 3 außergewöhnliche Pferde, Man o War, The Tetrarch und Nearco.

Man o War, * 1917, gewann 20 von 21 Rennen, wurde einmal zweiter. Der Jahrhundertvererber in der amerikanischen Vollblutzucht. Zwei Vorfahren tauchen mit weitem Abstand zu anderen immer wieder in seinem Pedigree auf. Eclipse (523 mal) und Herod (725 mal).

The Tetrarch,* 1911, gewann 7 von 7 Rennen. Beiname: The Spotted Wonder. Wurde ehrenhalber ins Zuchtbuch der Colorado Ranger Horses aufgenommen, wobei wir uns schon wieder bei den Appaloosas bewegen. In seinem Pedigree ist Eclipse 519 mal vertreten und Herod 705 mal.

Verblüffend ist die Tatsache, dass beide Hengste fast gleich alt sind und von daher auch verleichbar bleiben und die fast identische Anzahl an gleichen Vorfahren haben, sogar die Relation ist fast identisch.

Nearco, * 1935, ungeschlagen auf der Rennbahn, und ebenfalls ein Jahrhundertvererber. Ein direkter Vergleich mit den beiden vorangegangen Hengsten würde wegen dem unterschiedlichen Alter und damit auch wegen den Abweichungen in der Generationenfolge des Pedigrees einen Vergleich verfälschen, so dass wir zwei in etwa in der gleichen Zeit geborene Vorfahren untersucht haben. Sein Großvater , väterlicherseits Phalaris, und seine Großmutter, mütterlicherseits Catnip, waren Gegenstand der Betrachtung. Auf die beiden anderen Großeltern, die Stute Scapa Flow und der Hengst Havresac wurde verzichtet, da beide Enkel von St. Simon sind und sich auch bei diesem das Blut von Eclipse und Herod zentriert.

Phalaris geht 566 mal auf Eclipse und 768 mal auf Herod zurück.
Catnip führt 433 mal Eclipse und 698 mal Herod im Pedigree.

Wenn wir jetzt den Anfang betrachten und uns erinnern, dass Eclipse 9 mal auf Hautboy zurückgeht, dann wird deutlich, dass dieser Hengst zu unrecht vergessen wurde.

Auf vielfältigem Weg findet dieses Blut auch Eingang in die Appaloosa- und Quarter Horse- Zucht. The Tetrarch und sein Einfluß auf die Colorado Ranger wurde schon erwähnt.

Aber zum Beispiel auch über Peter McCue, dem Quarterhengst dem man nachsagte, man hätte ihn mit einem “Güterwaggon” kreuzen können und es wäre immer noch ein Rennpferd herausgekommen, führt 67 mal Eclipe und 129 mal Herod im Pedigree.

Hier schließt sich der Kreis und es verdeutlicht die Schwerpunkte bei der Kreuzung von Appaloosas mit englischem Vollblut.

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